Quelle des Videos (Youtube). Inhaber des Videos ist wbs-law.de. Rechtlicher Hinweis. Ich verwende dieses Video hier nur zur weiteren Verfügung des werten Lesers und weil ich das Video sachdienlich finde. Es erfüllt keinerlei kommerziellen Nutzen. Inhaltlich bin ich nicht verantwortlich, sondern der Urheber des Videos, der es bei Youtube öffentlich zugänglich gemacht hat!

Einfach unfassbar. Wie Golem (und andere Newsportale) Anfang April 2012 berichteten, gibt es in Deutschland nun eine erste Abmahnung für fremde Bilder auf der Facebook Pinnwand eines persönlichen Profils. Wenn also einer meiner Freunde bei mir ein Bild (das ihm nicht gehört) auf die Pinnwand hochlädt, dann kann ich abgemahnt werden …

Was will uns das sagen?

Es gibt aus meiner Sicht drei Varianten der Auslegung.

  1. Ein fleißiger Abmahnanwalt sucht dringend nach einem neuen Betätigungsfeld und löst damit eine Flutwelle bei gleich gesinnten Kollegen aus.
  2. Der Eigentümer des Bilds braucht dringend Geld und sucht gezielt nach Möglichkeiten des Nebenerwerbs.
  3. Der Eigentümer bekundet seinen Unmut über den vermeintlichen Diebstahl mit “Gefällt mir nicht” und mit “Hier bezahlen!” wofür er sonst wahrscheinlich kein Geld bekommen hätte.

Was will ich damit sagen?

Vorab. Ich bin kein Freund, Anhänger oder Wähler der Piratenpartei, aber wo soll das ständige Geplänkel mit dem Thema “Geistiges Eigentum” noch hinführen? Ist das kontraproduktiv für die Weiterentwicklung des Internets oder führt es nur zu mehr Rechtsstreitigkeiten, die dann in Zukunft zu einer einheitlichen, legalen Verfahrensweise führen?

Wichtig zu wissen ist dabei, dass man schon vor vielen Jahren Napster den Hahn zugedreht hat – man sieht ja was daraus geworden ist. Napster ist im Prinzip von der Bildfläche verschwunden und hat Platz für iTunes, musicload, simfy und andere kommerzielle Musikdienste gemacht. So verdienen die Künstler und Rechteinhaber wieder Geld und die User sind trotzdem glücklich. Schaut man in den Bereich Videos, gab es da auch so das eine oder andere Portal wie z.B. kino.to oder Piratebay. Dicht machen und Chancen generieren ist auch hier das Motto. Youtube (als Google Company) verletzt dennoch jeden Tag die Rechte der Inhaber, weil es nicht sichergestellt werden kann, dass Videos nur denen zugänglich gemacht werden, für die die Videos bestimmt sind. Onlinevideotheken haben hingegen durchaus einen Siegeszug hinter sich. Schon im Jahr 2000 hat es Arcor mit einer Onlinevideothek mit DRM von Microsoft versucht, aber der Erfolg kam erst mit zunehmender Brandbreite der Netze und digitalisierten Filme in hoher Qualität. Und natürlich auch mit dem Verständnis der User, dass guter Inhalt auch Geld kostet.

Bilder im Web – Historisch und rechtlich gesehen

Doch schaut man sich die Historie von Bildern im Web an, ist das anders. Flikr, Picasa und andere Online-Bilderdienste gibt es auch nicht erst seit gestern. Die Googlebildersuche zum Beispiel zeigt alle Bilder des Internets an, die von Google indexierbar sind und bietet diese sogar in einem eigenen Suchergebnisbereich hochoffiziell zum Download an (Rechtsklick/speichern unter). Was ist daran rechtens? Nichts! Warum wird also ein ein Einzelner dafür abgemahnt, dass ihm ein Dritter (Freund) ein Bild auf die Pinnwand stellt, das ihm nicht gehört. Es ist das gleiche Prinzip! Haben Firmen/Maschinen nun mehr Rechte als Menschen? Unfassbar!

Teilen von Inhalten als Königsdisziplin des viralen Marketings im Web 2.0 ff.

Schaut man sich soziale Dienste – ganz egal ob Facebook, G+, Flikr, VZ-Netzwerke, Instagram oder Pinterest an oder Communities wie z.B. Netmoms, Erdbeerlounge oder eltern.de. Überall werden Inhalte geteilt. Vor allem aber auch Bilder und Videos. Egal ob per “like”, “teilen” oder per “upload”. Das Bild ist da und für viele Personen sichtbar. Und genau das ist es auch, was Marken/Unternehmen/Anbieter brauchen. Für Nutzer in sozialen Netzen und deren Macht zur Verbreitung von Inhalten, wird es künftig schwer zwischen Recht und Wunsch der Verbreitung zu entscheiden. Der aktuelle massive Abwärtstrend bei Facebook in Bezug auf Likes/Shares kann durchaus schon ein Vorbote sein! Motto: “Lieber weniger liken und teilen … ich könnte ja verklagt werden!”.

Facebook kauft Instagram

Interessant. Warum das denn? Hier scheint man nicht nur Angst vor einem sehr starken Kläger oder Massenklagen zu haben, sondern man versucht mehr legal teilbare Inhalte unter Kontrolle zu kriegen, um der Abhängigkeit von oft kommerziellem Content zu entgehen. Es wäre sonst nämlich weitaus logischer gewesen, sich anstatt Instagram (kein Umsatz und nur 11 Mitarbeiter) Pinterest einzuverleiben. Emotion, Thema, Funktionen, Technik, Team und alles Weitere ist da deutlich besser. Nur die Inhalte sind eben nicht legal!

Wohin führt das bei Touristikern?

Tja. Das ist die Frage. Will man seine Inhalte und Angebote im Netz kostengünstig verbreiten, dann ist die Nutzung von Social Media wohl ideal. Ist es jedoch so, dass die Inhalte überhaupt teilbar gemacht werden dürfen? Gastgeber jeglicher Art haben oft die Rechte an Bildern. Wenn sie die Rechte freigeben oder veräußern, dann meistens zur Nutzung innerhalb von Buchungsmaschinen oder erweiterten touristischen Diensten wie z.B. Traveltainment. Traveltainment gibt die Rechte (begrenzt auf die vertragliche Nutzung) an Dritte weiter. Diese wiederum (also die sichtbaren Reiseportale) haben aus meiner heutigen Sicht nicht das Recht die Inhalte über Dritte weiter zu verbreiten! Ergo? Rechtliche Situation klären und erst dann loslegen. Aber selbst dann dürfte es künftig schwierig werden, wenn der ursprüngliche Inhaber sein Recht wieder eigenständig beansprucht, die Bilder aber längst im Web verbreitet sind.

Gespannt oder verspannt in die Zukunft?

Rechtliche Unsicherheiten gibt es weltweit. Jedes Land hat seine eigene Auslegung zum Thema. Jeder ist gezwungen im Web so zu agieren, dass er rechtlich sauber Inhalte darstellt und zur Verbreitung freigibt, dies dem Besucher der Webseite aber auch klar und deutlich vorgibt, wie er damit umgehen darf/soll/muss. Heißt, Facebook & Co sollten nur dann integriert werden, wenn man sich sicher ist, keine Rechte von Dritten zu verletzen. Bedeutet so viel wie – Social Media ohne Emotion, zu horrenden Kosten und mit wahrscheinlich geringem Erfolg zu betreiben. Na dann viel Spaß.

Sind technische Blockaden wie bei Pinterest die Lösung?

Pinterest erlaubt es Webseitenbetreibern, mittels Einbettung eines Codes in die eigene Webseite, Pinterest daran zu hindern Bilder zu pinnen (also auf Pinterest nicht verfügbar zu machen) und damit auch nicht sichtbar auf fremden Webseiten zu sein. Ist das ausreichend? Nein, aber ein Anfang ist es immerhin.

Eine allgemeine Lösung des Problems?

Wäre vielleicht eine zentrale Datenbank für das gesamte Web in der Regeln, Rechte , Nutzung und Abrechnung für Nutzer und Inhaber zentralisiert werden. Das wird es mit Sicherheit nie geben. Genauso wenig wie eine Lösung. Es gibt nach wie vor unglaublich viele Plattformen/Webseiten die Inhalte illegal verteilen. Dazu gehören nicht nur Facebook, Youtube und Google, sondern auch alle Nachrichtendienste mit Webseite die Social Media (Facebook, Twitter, G+ …) integriert haben.

Fortsetzung folgt …



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